Zu oft entscheidet in Bayern die Postleitzahl darüber, ob Ausländerinnen und Ausländer eine Arbeitserlaubnis bekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Konstanz im Auftrag der GRÜNEN im Bayerischen Landtag. Die Unterschiede bei Bewilligungen und Ablehnungen sind teils gravierend – und lassen sich nur teilweise durch die wirtschaftliche Lage vor Ort erklären.
Ich möchte Ihnen einen ersten Überblick geben, meine politische Einschätzung einordnen und Ihnen Links zur Studie bereitstellen.
So lag beispielsweise die durchschnittliche Ablehnungsquote im Landkreis Dingolfing-Landau bei 24,9 Prozent, im Landkreis Ebersberg bei 7,9 Prozent. Der bayerische Durchschnitt liegt bei 13,5 Prozent.
Das Gutachten von Professor Gerald Schneider und Constantin Wohlfart zeigt ein zweigeteiltes Bild: Bayern weist im bundesweiten Vergleich eine insgesamt niedrige Ablehnungsquote auf. Im Zeitraum 2018 bis 2024 liegt Bayern mit 13,5 Prozent im unteren Bereich der Bundesländer (hinter Sachsen); 2024 betrug die Quote 14,0 Prozent (hinter Sachsen, Niedersachsen und Thüringen). Das spricht zunächst für einen vergleichsweise offenen Arbeitsmarkt. Doch der Blick ins Detail zeigt: Innerhalb Bayerns gibt es massive Unterschiede.
Auch dort, wo die wirtschaftliche Lage eine deutlich niedrigere Ablehnungsquote erwarten ließe, zeigen sich große Abweichungen: Im Landkreis Roth lag die tatsächliche Ablehnungsquote 2024 bei 23,1 Prozent; laut Gutachten wären 11,0 Prozent zu erwarten gewesen. Im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm lag die tatsächliche Quote bei 20,7 Prozent, erwartet worden wären 10,3 Prozent.
Ich meine: Wer arbeiten kann und arbeiten will, sollte in Bayern die Chance dazu bekommen. Arbeit ist der schnellste Weg in echte Teilhabe. Wenn diese Menschen aber an bürokratischen Hürden scheitern, dann blockiert das einen der wichtigsten Hebel zur Integration.
Prof. Dr. Gerald Schneider, Universität Konstanz: „Das Gutachten zeigt, dass in vielen bayerischen Landkreisen die Behörden Arbeitsbewilligungen für bestimmte Ausländergruppen sehr restriktiv erteilen. Dies verschärft den Fachkräftemangel und die Wachstumsprobleme der gesamten Volkswirtschaft. Leicht umsetzbare Maßnahmen könnten die Lage entschärfen.“
Zusammen mit meinen Fraktionskolleginnen Eva Lettenbauer und Barbara Fuchs fordern wir als Landtags-Grüne ein umfassendes Modernisierungspaket:
- Einheitlicher Vollzug statt Flickenteppich
- Behörden besser aufstellen
- Verfahren digitalisieren und beschleunigen
- Entlastung für Arbeitskräfte durch einfache Einbindung der Arbeitgeber
- Ausbildung und Fachkräftesicherung stärken
- Qualifikationen schneller anerkennen
- Sprachförderung ausbauen
Eine kurze Zusammenfassung finden Sie in der Pressemeldung der Grünen Fraktion hier, die Kurzfassung des Gutachtens finden Sie hier und die Langfassung hier
Wir werden das Thema in den Bayerischen Landtag einbringen. Daher ist mir wichtig: Welche Erfahrungen machen Sie in Ihrem Landkreis? Schreiben Sie mir gerne!