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Kirchengebäude erhalten und zukunftsfit machen

Kirchen und Gemeindehäuser prägen unsere Stadtteile. Sie sind wichtige Orte des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Gleichzeitig stehen viele Gemeinden vor der Herausforderung, ihre Gebäude energetisch zu modernisieren und gleichzeitig als lebendige Treffpunkte zu erhalten.

Wie dieser Spagat zwischen Gemeindeleben, Sanierung und Klimaschutz gelingen kann, habe ich bei einem Besuch der Emmauskirche in Harlaching erfahren.

Als ich die Kirche betrat, war der Kirchenraum noch leer. Es roch nach frischer Farbe, während im Hintergrund bereits eifrig die Stoffdekorationen gereinigt wurden. Hinter der Gemeinde liegen schwierige Jahre: Nachdem im Herbst 2023 in Kassel das Dach einer Kirche eingestürzt war, rückten auch andere Gotteshäuser mit vergleichbarer Bauweise in den Fokus. Da die Dachkonstruktion der Emmauskirche ähnliche Materialien und Strukturen aufweist, wurde der Altarraum vorsorglich gesperrt. Für die Gemeinde war das ein großer Schock. Über lange Zeit hinweg musste sie auf Räume benachbarter Kirchengemeinden ausweichen oder sich auf den deutlich kleineren Gemeindesaal beschränken.

Dabei hatte die Kirchengemeinde gerade erst ihre energetische Sanierung in Angriff genommen. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach wollte sie Energiekosten senken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Stattdessen mussten zunächst die statischen Probleme geklärt und ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet werden. Gleichzeitig galt es, die Finanzierung auf sichere Beine zu stellen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützt das Vorhaben, dennoch muss die Gemeinde einen erheblichen Eigenanteil aufbringen.

Gesellschaftliches Engagement durch Spenden

Insgesamt werden mehr als 800.000 Euro aus eigenen Mitteln investiert; weitere rund 500.000 Euro sollen über Spenden, Förderprogramme und kreative Fundraising-Aktionen zusammenkommen.
An ihren Plänen hält die Gemeinde dennoch fest. Das Solardach soll kommen. Bei meinem Besuch konnte ich nicht nur den frisch renovierten Kirchenraum besichtigen, sondern auch das begrünte Dach und die bereits vorgesehenen Solarmodule. Deren Finanzierung wird derzeit mit Unterstützung der Gemeinde unter anderem über eine Crowdfunding-Kampagne vorangebracht.

Doch die Bauarbeiten sind nur ein Teil der Geschichte. Das soziale, kulturelle und familienbezogene Engagement der Emmauskirche läuft währenddessen weiter. Besonders die kulturellen Abende mit hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Veranstaltungen sind kostenlos und finanzieren sich über Spenden. Dass dieses Angebot so gut angenommen wird, zeigt, wie wichtig die Kirche für viele Menschen als Ort der Begegnung, des Austauschs und des kulturellen Lebens bleibt.
Weitere Informationen hier: https://emmauskirche.de/gemeindeleben-der-emmauskirche-harlaching/veranstaltungen/

Mein herzlicher Dank gilt Herrn Pastor Nugel und Herrn Pastor Lay sowie allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die mit viel Einsatz und Ausdauer dafür sorgen, dass die Emmauskirche auch in Zukunft ein offener und lebendiger Ort für den Stadtteil bleibt.